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Was ist Ayahuasca?

von Diego Palma

Dies ist eine Zusammenfassung des Buches "El Ayahuasca - La medicina del alma" (Ayahuasca – Die Medizin der Seele), veröffentlich im Internet im Juli 2002.

Ayahuasca (Banisteriopsis caapi) ist eine Liane des Regenwaldes, die im gesamten Amazonasgebiet wächst, von Kolumbien bis Peru, Bolivien, Brasilien und Guayana. Sie ist allen indigenen Völkern als eine Heilpflanze („planta maestra“) bekannt und geachtet und stellt die Basis ihrer traditionellen Medizin dar.

Ayahuasca wird zusammen mit den Blättern eines Strauches gekocht, der sich „Chacruna“ (Psychotria viridis) nennt, und ergibt einen Trunk oder Heilgetränk mit psychoaktiven Eigenschaften, das in einer rituellen Zeremonie eingenommen wird und zur Reflexion und Reinigung führt. Dieses Getränk, was ebenfalls Ayahuasca genannt wird, wird seit mehr als 5000 Jahren von den Schamanen des Amazonas als ein Weg der Bewusstseinserweiterung verwendet.

Seine psychoaktiven Effekte verdankt Ayahuasca dem Dimethyltryptamin (DMT), einer Substanz, die von unserem eigenen Körper produziert wird und für unsere nächtlichen Träume verantwortlich ist. Nach Angaben der Heiler ist Chacruna dafür verantwortlich, „die Visionen zu malen“, während die Ayahuasca-Pflanze diejenige ist, die uns über die Visionen hinaus lehrt.

Der Begriff Ayahuasca stammt von den Quechua-Worten „aya“, was soviel wie „Tote“ bedeutet, und „huasca“ ab, was ein Seil oder eine Liane bezeichnet. Dies wird übersetzt als Seil der Toten oder Liane der Toten, und wird als ein Getränk betrachtet, das von den Initiierten verwendet wird, um mit der Welt der Geister zu kommunizieren. Dieser Trunk wird als die Basis der magisch-spirituellen Verbindung von mehr als 75 ethnischen Gruppen des Oberen und Unteren Amazoniens betrachtet.

In der Tradition der Schamanen des Amazonas-Dschungels wird Ayahuasca unter anderem eingenommen, um Krankheiten and allgemeine Funktionsstörungen zu diagnostizieren und heilen, wichtige Entscheidungen zu treffen, Rat von den Göttern zu erbitten, persönliche Konflikte zu lösen - zwischen Familien und zwischen Stämmen – um mit den Geistern der Natur zu kommunizieren, seine hellseherischen Fähigkeiten auszuüben, Diebstähle, Verschwinden von Personen zu erhellen, um zu wissen, ob wir Feinde haben, um die Untreue unserer Gattin oder unseres Gatten zu erfahren, die sexuelle Aktivität zu steigern, etc.

In den letzten Jahren sind eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen durchgeführt worden, die zu einigen wichtigen Schlussfolgerungen geführt haben. Basierend auf diesen vielfältigen Forschungen können wir folgendes mit Sicherheit über den physiologischen Effekt von Ayahuasca auf den menschlichen Körper bestätigen: die fehlende physische Toxizität dieses pflanzlichen Gemisches.

Der Konsum von Ayahuasca innherhalb eines kontrollierten Rahmens erzeugt keine Nebeneffekte, er macht nicht abhängig und zeigt keinerlei Symptome bei Abstinenz, d.h. es treten keine Entzugssymptome auf, wenn der Konsum eingestellt wird.

Wie Josep Ma. Fericgla, spanischer Experte in Therapien mit Entheogenen, bestätigt, „… nach tausenden von Jahren des Konsums in Amazonien existiert kein einziger Bericht von falschem Gebrauch, von Vergiftungen oder Unfällen als Folge seiner Einnahme. Es hat keine Fälle von Missbrauch oder Abhängigkeit von dieser Substanz gegeben, noch ist sie toxisch oder erzeugt Abhängigkeit, und es gibt keinen einzigen Fall von Delinquenz, der mit ihrem Konsum in Zusammenhang gebracht werden kann “ "Breve informe sobre la Ayahuasca", Dr. Josep Ma. Fericgla. Im Internet veröffentlichter Artikel)

Obwohl es eine psychoaktive Komponente enthält, kann Ayahuasca nicht als eine klassische Droge mit zur Abhängigkeit führenden oder anderen negativen Effekten betrachtet und verdammt werden. Im Gegenteil, wir müssen darauf achten, dass sein Konsum niemals in einem freizeitbezogenen oder spielerischen Rahmen erfolgt. Die Anwendungsweise stellt es in einen kontrollierten Kontext mit heilenden, spirituellen und therapeutischen Charakteristika, die uns zu einem Prozess der tiefen Introspektion führen, der sowohl angenehme als auch unterdrückte Erlebnisse aufdeckt, wofür der Gebrauch in einem freizeitbezogenen, spielerischen oder zwanghaften Rahmen unzulässig ist.

Die große Mehrheit der Personen, die es konsumieren, indigene Bevölkerung, Schamanen, Heiler, Psychologen, Therapeuten, drogenabhängige Patienten, spirituell Suchende, Religiöse und allgemein Interessierte, betrachten diese Pflanze nicht als Droge, sondern als ein Hilfsmittel zur Introspektion, Meditation, Therapie, inneren Reinigung, zur Autoexploration und als Sakrament.

Die Rituelle Sitzung

Für die TeilnehmerInnen empfiehlt es sich, vor der Sitzung keine weitere Mahlzeit nach dem Mittagessen zu sich zu nehmen, um die “mareación“ (den Zustand unter den Effekten) zu erleichtern und die Übelkeit zu reduzieren.
Die Sitzung beginnt normalerweise um 21:00 Uhr. Die TeilnehmerInnen setzen sich auf Kissen auf dem Boden, gegen die Wand des Raumes gelehnt. Die ersten Effekte werden nach einem nach Person und Sitzung unterschiedlichen Zeitraum wahrgenommen, treten aber im allgemeinen nach ungefähr 20-40 Minuten ein und halten durchschnittlich 3 Stunden an.

Während der rituellen Ayahuasca-Sitzung müssen die TeilnehmerInnen einen bestimmten Verhaltenscode befolgen, um den ungestörten Ablauf der Zeremonie zu gewährleisten. Nach Möglichkeit sollen sie sitzen bleiben. Die physische Position spiegelt in gewissem Ausmaß die spirituelle Einstellung wider, mit der wir die Medizin empfangen. Eine gebeugte oder liegende Position deutet auf eine nicht sehr firme Haltung. Eine sitzende Position mit erhobenem Kopf hingegen impliziert eine gute Haltung. In den orientalischen Meditationstechniken zeigt sich dasselbe zum Zeitpunkt des Ausübens der Sitzmeditation. Überdies ist es einfacher, die Effekte im Sitzen zu kontrollieren als im Liegen, wo wir manchmal große Verwirrung verspüren können.

Es ist wichtig, während der gesamten Sitzung komplette Stille einzuhalten und Sprechen zu vermeiden, da die Erfahrung primär individuell und nach innen gerichtet ist, so sehr, dass wir die anderen TeilnehmerInnen stören, wenn wir zu reden beginnen. Ebenso müssen wir unbedingt vermeiden, mit den Händen oder Füßen Geräusche zu machen, da die Sinne unter dem Einfluss von Ayahuasca in hohem Grade sensibilisiert sind, so dass andere belästigt werden, wenn wir störende oder wiederholende Geräusche verursachen.

Die Visionen während des Ayahuasca-Erlebnisses sind von derselben Natur wie die Visionen während unserer Träume, d.h. es ist wichtig, die Augen geschlossen zu halten oder in einer dunklen Umgebung zu sein, um Visionen zu empfangen. Es muss betont werden, dass das Erleben von Visionen weder notwendigerweise die Intention der Erfahrung ist noch den Grad ihrer Effektivität widerspiegelt. Häufig erhält man während der Sitzung keine Vision, obwohl dennoch eine höchst aufschlussreiche bewusstseinserweiternde Erfahrung gemacht werden kann.
Die psychoaktiven Effekte induzieren einen veränderten Bewusstseinszustand, der als erweiternd erlebt wird und der Erkennen von tiefliegenden Problemen erlaubt und die innere Zensur des menschlichen Unbewussten öffnet. „Das Bewusstsein entdeckt die Selbstbeobachtung, im Sinne des inneren Zeugen, von dem die großen orientalischen Religionen sprechen.“ ("El peyote y la ayahuasca en las nuevas religiones mistéricas americanas", Dr. Josep Ma. Fericgla. Artículo publicado en Internet.)

Die Erfahrung mit Ayahuasca kann zu unterschiedlichen Resultaten führen wie das überraschende und ekstatische Treffen mit dem „Selbst“, der Indentifikation eines wirklichen „Ich“, nicht erkannt und scheinbar wiederentdeckt.
Diese „transpersonale“ Erfahrung gibt uns natürlicherweise Sicherheit in Bezug auf uns selbst und andere. Auf lange Sicht zeigen sich klare Veränderungen im Lebensrhythmus und in der Qualität unserer Beziehungen mit Anderen. Unsere Intuition, Flexibilität und die Bereitschaft zu Veränderungen werden erhöht sowie eine sichtbar gesteigerte Kapazität unseres affektiven Ausdrucks. All dies ist Teil des Ergebnisses eines Prozesses der wiedergefundenen Verbindung mit unserem tiefen Sein, der Natur und des Gefühls von Transzendenz.

 

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7-tägige Ayahuasca-Seminare im Herzen des peruanischen Regenwaldes. Puerto Maldonado.
7-tägige Ayahuasca-Seminare im heiligen Tal der Inka in den Anden (Pisaq - Cusco).
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